Vorrat für Krisenzeiten – Prepper Tipps für den Notvorrat

Ein Vorrat für Krisenzeiten wird meistens das erste sein, was ein angehender Prepper umsetzt. Damit das auch direkt gelingt und das Anlegen eines Notvorrats nicht in Hamsterkäufen von Toilettenpapier endet, möchte ich in diesem Artikel meine Erfahrungen mit euch teilen.

Wie in meinem Beitrag „Warum Prepper sein bzw. Krisenvorsorge betreiben?“ bereits erwähnt, bereite ich mich seit 2013 auf Krisen vor. Natürlich gehörte ein Notvorrat auch bei mir zu den ersten Maßnahmen, die ich umgesetzt habe. Dieser Artikel basiert auf den Erfahrungen, die ich seither gemacht habe.

Warum sollte man einen Vorrat für Krisenzeiten anlegen?

Die Befriedigung der physiologischen Bedürfnisse, wie Essen und Trinken, ist die grundlegendste Aufgabe jedes Menschen. Wer nicht isst oder trinkt, wird sterben. Zur Überbrückung von Engpässen in der Versorgung ist es also notwendig einen Vorrat für Krisenzeiten anzulegen, sofern man vorhat die Krise in den eigenen vier Wänden auszusitzen (Bug in).

Es gibt auch den Ansatz, vor einer Krise zu fliehen (Bug out). Wann sowas sinnvoll ist, werde ich in einem späteren Artikel betrachten.

Die Maslowsche Bedürfnispyramide
Die Maslowsche Bedürfnispyramide

Das Anlegen von einem Notvorrat ist nicht nur intuitiv einleuchtend, sondern auch sozialpsychologisch begründet, wie die Maslowsche Bedürfnispyramide zeigt. Auch der Staat weist den Bürger darauf hin:

Können Sie sich vorstellen, dass Lebensmittel und Trinkwasser einmal nicht jederzeit verfügbar sein könnten? Was ist, wenn ein Hochwasser die Straßen unpassierbar macht? Lawinen ein Dorf von der Außenwelt abschneiden? Starker Schneefall die Versorgung von Geschäften unmöglich macht? Oder ein Stromausfall die öffentliche Versorgung lahmlegt?

Mit einem Vorrat an Lebensmitteln und Getränken für zehn Tage sind Sie hierfür gerüstet.

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

Früher war es ganz normal einen Vorrat für Krisenzeiten anzulegen. In der heutigen On-Demand-Gesellschaft ist es nicht mehr wichtig die grundlegendsten Lebensmittel und Hygieneartikel in größeren Mengen zu lagern. Der Supermarkt ist nicht weit weg, hat lange geöffnet und immer genug vorrätig. Falls nicht, kommt innerhalb der nächsten Tage Nachschub.

Was aber viele nicht wissen: selbst der Supermarkt hat keine großen Lagerbestände, verglichen mit der Menge an Menschen, die er versorgt. Genauer gesagt nur das, was in den Regalen liegt. Einen Lagerraum gibt es nicht. Bleiben die Lieferungen also mal für ein paar Tage aus, sind die Regale leer. Wenn jetzt noch eine Panik unter den Bürgern entsteht, die zu Hamsterkäufen führt, geht das sogar innerhalb weniger Stunden.

So habe ich das selbst beobachtet, hier in Heinsberg, als das Coronavirus ausgebrochen ist. Nudeln, Mehl, H-Milch, Hefe, Brotbackmischungen, Aufbackwaren, Toilettenpapier, Seife und Desinfektionsmittel waren in den Supermärkten der Umgebung innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Ein Notvorrat ist in so einer Situation goldrichtig, besonders bei dem anhaltenden Toilettenpapier-Hype!

Wann sollte man einen Vorrat für Krisenzeiten anlegen?

Der Vorrat für Krisenzeiten sollte immer in Zeiten der Ruhe und des Friedens angelegt werden, der sogenannten Vollversorgungszeit.

Ist die Krise erstmal eingetreten, ist es mit dem Anlegen vom Notvorrat schon zu spät. Einkaufen kann dann sogar gefährlich werden, wenn panische Hamsterkäufer um ihr Leben bangen und aggressiv reagieren. Prepper legen sich ihren Notvorrat also im Voraus an. So ist man im Krisenfall nicht gezwungen Einkaufen zu gehen.

Wo sollte man den Vorrat für Krisenzeiten einrichten?

Grundsätzlich sollte man sich als Prepper klarmachen, dass die überbrückbare Dauer im Falle einer Krise direkt von der Größe des Notvorrats und somit vom verfügbaren Stauraum abhängt. Jeder Prepper hat hierbei andere Voraussetzungen. Ideal für einen Vorrat für Krisenzeiten wäre zum Beispiel ein Keller. Steht dieser nicht zur Verfügung, muss man kreativ werden und jede verfügbare Möglichkeit nutzen.

Hierzu lohnt ein Blick in die Serie „Preppers – Bereit für den Weltuntergang“. In einigen Folgen werden Prepper begleitet, die in einer Wohnung wohnen. Wie in meinem Artikel „Warum Prepper sein?“ bereits angedeutet, bin ich nicht von allen Darstellungen in der Serie begeistert bzw. überzeugt, aber hier kann man sich einige Inspirationen holen.

Wie oben bereits erwähnt, sollte ein Prepper wissen, dass nicht jeder Krisenfall ausgesessen werden kann, also das sogenannte „Bug in“ nicht immer möglich bzw. zielführend ist. Es kann durchaus sinnvoll sein den Notvorrat auf 3 – 7 Tage auszulegen, um die Lage zu beobachten und sich anschließend für den sogenannten „Bug out“ zu entscheiden.

Der Vorrat für Krisenzeiten sollte möglichst direkt erreichbar sein. Wenn man das Haus bzw. die Wohnung verlassen muss, um an den Notvorrat zu gelangen, ist das schlecht. Es gibt Szenarien, in denen man nicht mal einen Fuß vor die Tür setzen kann. Somit sollten mietbare Lagerräume und Garagen vermieden werden.

Nachfolgend ein paar Ideen zum Stauraum für den Notvorrat. Bitte achtet hierbei immer darauf, dass der Notvorrat korrekt gelagert wird. Wie man den Vorrat für Krisenzeiten korrekt lagert, erläutere ich im nächsten Kapitel.

  • Keller
  • Abstellkammer
  • Garage (falls ein Zugang vom Haus vorhanden ist)
  • Balkon
  • Dachboden
  • unter Treppen
  • unter dem Bett
  • unter dem Sofa
  • an der Rückwand von Kleiderschränken
  • auf Kleiderschränken
  • hinter Türen
  • hinter Gardinen
Vorrat für Krisenzeiten im Keller
Vorrat für Krisenzeiten im Keller

Wie sollte man den Vorrat für Krisenzeiten lagern?

Neben der üblichen Empfehlung Schwerlastregale* zu nutzen, um eine best mögliche Lagerung des Notvorrats zu erreichen, sollte ein Prepper immer folgende Aspekte betrachten:

  • Temperatur
  • Feuchtigkeit
  • Sonnenlicht
  • Ungeziefer
  • Räuber

Ob ein Lebensmittel von einem dieser Punkte betroffen ist, muss ein Prepper sich im Vorfeld überlegen. Konservendosen werden zwar nicht von Feuchtigkeit, Sonnenlicht und Ungeziefer betroffen sein, wohl aber von Temperatur und Räubern. Glaskonserven wiederum sind auch von Sonnenlicht betroffen. Plastik verpackte Lebensmittel sind dagegen vor allen Aspekten zu schützen.

Temperatur

Je kühler der Vorrat für Krisenzeiten gelagert wird, desto besser. Ebenso wichtig ist, dass die Temperatur möglichst konstant bleibt. Eine schwankende Temperatur mit sehr kalten und sehr warmen Phasen kann den Lebensmitteln mehr zusetzen als beispielsweise konstante Zimmertemperatur. Es muss also darauf geachtet werden, dass der Dachboden bzw. der Balkon von Frühjahr bis Sommer wahrscheinlich nicht geeignet sind, um den Notvorrat zu beherbergen.

Es empfiehlt sich, die Temperatur des Lagerorts mit einem Messgerät zu überwachen.

Feuchtigkeit

Es dürfte jedem bekannt sein, das Feuchtigkeit der Feind vieler Lebensmittel ist. Dauerhafte Feuchtigkeit führt in kürzester Zeit zu Schimmelbildung und zerstört den Vorrat für Krisenzeiten. Dabei muss nicht mal Wasser in flüssiger Form direkt schuld sein. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit kann zum gleichen Ergebnis führen.

Unter Preppern gibt es die sogenannte „Monatskiste“. Eine solche Kiste soll den Besitzer für einen Monat lang mit ausreichend Lebensmitteln versorgen. Die Monatskiste kann man sich also als „Eiserne Ration“ vorstellen. Ich habe meine ersten Gehversuche im Bereich Notvorrat mit so einer Kiste unternommen und dabei eine Möglichkeit entwickelt den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen, die ich mit euch teilen möchte.

Dazu braucht man einen Aufbewahrungsbehälter*. Ich nutze im ganzen Haus die Samla Boxen von IKEA. Ganz gleich welchen Aufbewahrungsbehälter man nutzt: Wichtig ist, dass der Rand relativ breit ist. Auf diesen wird nämlich ein Fensterdichtungsprofil* geklebt, um die Kiste abzudichten. Ich habe mein Fensterdichtungsprofil bei Discountern gekauft, wenn sie im Angebot waren. Als letztes werden wiederverwendbare Luftentfeuchter* benötigt, um die Feuchtigkeit in der abgedichteten Kiste zu binden. Eine derartige Kiste ermöglichte es mir die eingelagerten Lebensmittel weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum zu bringen. Konkret waren in 2015 abgelaufene Nudeln und Mehl in 2020 noch genießbar.

Wem das zu provisorisch und gebastelt ist, kann für seinen Notvorrat auf die professionelle Lösung setzen und eine Aufbewahrungskiste aus Aluminium mit integrierter Dichtung im Deckel* nutzen. Kombiniert mit den wiederverwendbaren Luftentfeuchtern* ist das die ultimative Prepper Lösung.

Sonnenlicht

Die Haltbarkeit von Lebensmitteln kann durch Sonneneinstrahlung beeinträchtigt werden, weshalb man den Notvorrat davor schützen muss, insbesondere Glaskonserven. Idealerweise wählt man einen Raum, der so dunkel wie möglich ist, zum Beispiel den Keller. Bei der Aufbewahrungsbox aus Aluminium braucht man sich darüber keine Gedanken zu machen. Wählt man eine Kunststoffbox, wäre es vorteilhaft auf eine lichtundurchlässige Variante zu wählen.

Ungeziefer

Mit einer Kiste für den Notvorrat hält man auch jegliches Ungeziefer fern. Mäuse und Ratten haben dank des Kunststoffes bzw. Aluminiums keine Chance. Fliegen und Lebensmittelmotten werden durch die Dichtung abgewehrt. Ich rate von Lavendelsäckchen oder ähnlichem ab, da der Duft mit der Zeit in die Lebensmittel ziehen könnte.

Räuber

Ein Aspekt, der besonders Prepper betrifft, die ihren Vorrat für Krisenzeiten im Gemeinschaftskeller eines Mehrfamilienhauses unterbringen ist die Abwehr von Räubern. Häufig sind solche Keller als nicht besonders sichere Holzverschläge realisiert, die für jeden erreichbar sind. Hier wäre es auch von Vorteil, wenn der Aufbewahrungsbehälter nicht durchsichtig ist, um den Inhalt vor neugierigen Blicken zu schützen. So eine Kunststoffbox ist allerdings unmöglich zu verschließen. Anders ist das bei der Aufbewahrungskiste aus Aluminium*. Diese besitzen stabile Hebelspannverschlüsse mit Vorbereitung für Vorhänge- oder Zylinderschloss. Natürlich wird der Räuber auch dieses Hindernis mit ausreichend Aufwand überwinden können, aber das Ziel ist es ihm das so schwer wie möglich zu machen.

Was sollte man als Vorrat für Krisenzeiten einlagern?

Dieser Artikel hat sich bisher hauptsächlich auf verderbliche Lebensmittel bezogen. Ein Prepper muss aber auch für die anderen grundlegenden Bedürfnisse vorsorgen. In diesem Kapitel möchte ich Listen an die Hand geben. Diese haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sollten als Inspiration gesehen werden.

Eine grundlegende Einstellung von mir ist es einen Schritt nach dem anderen zu tun. Ich rate also dazu, erst einmal einen kleinen Notvorrat anzulegen, dafür aber möglichst von allem etwas zu haben.

Weiterhin sollte man beim Vorrat für Krisenzeiten eine Rotation einrichten. Bei diesem Prinzip werden neue Artikel so eingelagert, dass sie hinten anstehen. „First in – First out (FIFO)“ dürfte einigen ein Begriff sein. Ware, die zuerst eingelagert wurde, wird auch als erstes verbraucht. Man spricht von einem rotierenden Vorratslager.

Um Mengen zu ermitteln, stellt das BBK eine Checkliste und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sogar einen Kalkulator zur Verfügung.

Lebensmittel

Wichtig ist, dass man Lebensmittel einlagert, die man auch in der Vollversorgungszeit konsumiert. Dosenfleisch oder -fisch mag sich super in einem Vorrat für Krisenzeiten einlagern lassen, wenn es aber nicht gerne gegessen wird, wirkt sich das in der Krise negativ auf die Moral aus. Des Weiteren begünstigt dies die Rotation, wenn man die Lebensmittel im Notvorrat gerne konsumiert.

  • trocken lagerfähige Nahrungsmittel (Nudeln, Reis, Bulgur, Bohnen, Linsen…)
  • Mehl
  • Trockenhefe
  • Backpulver
  • Zucker
  • Öl, Essig & Fett
  • Gewürze (Salz, Pfeffer, Paprika, Curry, Muskat, Oregano, …)
  • Würze (Ketchup, Senf, Maggi, …)
  • Brühen in Würfel- oder Pulverform (Rind, Huhn, Gemüse, …)
  • Soßen (Tomate, Asiatisch, …)
  • Fertigkonserven (Ravioli, Nudeln, Eintöpfe, Suppen, …)
  • Gemüsekonserven (Tomaten, Mais, Bohnen, Erbsen, Möhren, Pilze, Kartoffeln, Wurzelgemüse, …)
  • Obstkonserven (Ananas, Pfirsich, Apfelmus, Birne, Kirschen, …)
  • Sauerkonserven (Gurken, Sauerkraut, Rotkohl, Rote Beete, …)
  • Fisch- und Fleischkonserven (Heringsfilet, Thunfisch, Dosenfleisch, Gulasch, Rouladen, …)
  • Dosenbrot
  • Aufstriche (Marmeladen halten lange)
  • haltbare Molkereiprodukte (Milch, Sahne, Schmand, …)
  • Instant Gerichte in Pulverform (Kartoffelpüree, Pudding, Paradies Creme, …)
  • Nüsse
  • Schokolade (Zartbitter hält besser)
  • Kekse (ohne Füllung hält länger)
  • Kaffee (Instant und/oder Bohnen)
  • Tee
  • Getränkepulver
  • Getränke (Mineralwasser, Säfte, Saftschorlen, …)

Wasser

Trinkwasser

Trinkwasser sollte stets in Glasflaschen gelagert werden, da sich über die Zeit Bestandteile der Kunststoffflasche im Wasser löst. Bei entsprechender Rotation ist das aber kein Problem. Ein Vorteil von Trinkwasser in Glasflaschen ist, dass es meistens in Getränkekisten verkauft wird, die sich prima stapeln lassen.

Brauchwasser

Ein Prepper braucht Wasser nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Waschen und Kochen. Für Brauchwasser empfiehlt sich eine Zisterne, die idealerweise ohne Verlassen des Hauses anzapfen lässt.

In Wohnungen gibt es diese Möglichkeit nicht. Hier muss man in seinem Vorrat für Krisenzeiten auch Platz einberechnen. Dazu eignet sich hervorragend der stapelbare Aqua Tainer*.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin im Krisenfall, der auch die Wasserversorgung bedroht, sofort die Badewanne und faltbare Kanister* voll laufen zu lassen. In Zeiten der Vollversorgung nehmen diese keinen zusätzlichen Platz weg.

Hygiene

Hygiene ist ungemein wichtig, denn das letzte, was man im Krisenfall möchte, ist es krank zu werden. Apropos Gesundheit: Zum Thema Erste Hilfe Ausrüstung habe ich auch einen Artikel veröffentlicht.

  • Seife
  • Zahnbürsten & -pasta
  • Händedesinfektionsmittel
  • Haushaltshandschuhe
  • Waschmittel
  • Putzmittel
  • Küchenpaper
  • Toilettenpapier und Feuchttücher
  • Frauenhygiene
  • Windeln
  • Müllbeutel
  • Campingtoilette mit Katzenstreu und/oder reißfesten Müllbeuteln

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Falls Fragen oder Anregungen bestehen, dann freue ich mich über eine Rückmeldung entweder über die Kommentare oder über das Kontaktformular.

Euer Prepper mit Verstand

Beitragsbild von Pixabay

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