Erste Hilfe – Was jeder Prepper für den Notfall haben sollte

Kinderpunsch umgestoßen und schon ist der Arm des Kindes verbrüht. Schnell, Oberteil ausziehen und kühlen! Aber womit? Kaltes Leitungswasser hat jeder im Haus, aber was, wenn so ein Notfall unterwegs oder im Urlaub passiert?

So war es bei uns und ich habe mich schwarz geärgert, dass ich als angehender Prepper nicht das passende Material in meinem Erste Hilfe Set dabei hatte. In diesem Artikel möchte ich euch vorstellen, was ein Prepper für den Notfall braucht.

Um im Notfall vernünftig Erste Hilfe leisten zu können, muss ein Prepper für drei Dinge sorgen: die richtige Ausrüstung, eine Erste Hilfe Ausbildung und die regelmäßige Revision des Materials bzw. Auffrischung des Gelernten.

HINWEIS: Ich bin weder Arzt, Apotheker, Krankenpfleger noch Sanitäter. Alle Angaben in diesem Artikel basieren auf meiner Erfahrung und spiegeln meine Meinung wider. Ich kann keine Gewährleistung auf Vollständigkeit und Richtigkeit meiner Angaben in diesem Artikel geben. Ich übernehme keine Haftung. Für Verbesserungsvorschläge und Anmerkungen bitte ich um Kontaktaufnahme.

Ausrüstung

Vernünftige Ausrüstung ist mindestens die halbe Miete und wird durch eine gute Ausbildung ergänzt, doch dazu später mehr. Jetzt erstmal das, was viele Prepper lieben: Ausrüstung!

Erste Hilfe Ausrüstung vom Prepper für den Notfall
Erste Hilfe Ausrüstung vom Prepper für den Notfall

Ich empfehle kein billiges Material zu kaufen. Ja, es gibt auch Medizinprodukte im Discounter. Habe ich damit gute Erfahrungen gemacht? Nein! Ein Pflaster von Hansaplast, zum Beispiel, klebt nun mal besser und lässt sich besser lösen, als eines aus dem Discounter. Es mag Ausnahmen geben, aber ich setze im Notfall lieber auf Qualität.

Weiterhin empfehle ich jedem Prepper die Erste Hilfe in drei unterschiedliche Sets aufzuteilen, damit man nur das Notwendigste dabei hat nicht immer alles mitschleppen muss.

Die drei Stufen bauen aufeinander auf. Das EDC hat man immer dabei. Das Erste Hilfe Set nimmt man zusätzlich zum EDC mit. Und wenn man die Erste Hilfe Tasche einpackt, dann als Ergänzung bzw. Erweiterung zum Erste Hilfe Set und EDC.

Das führt natürlich dazu, dass man einiges doppelt besitzt. Allerdings handelt es sich dabei nur um Verbrauchsmaterial, wie Kompressen und Fixierbinden.

Mit diesem System muss ich Ausrüstung, wie die Verbandsschere, nicht doppelt vorhalten. Und selbst wenn – unter Preppern gibt es ein beliebtes Sprichwort: Einmal ist keinmal.

EDC

In ein EDC gehört meiner Ansicht nach auch Material mit dem ein Prepper Erste Hilfe leisten kann. Grundsätzlich gehört für mich in ein EDC auch ein Multitool, wie mein Leatherman Wingman*, das im Notfall ein entscheidendes Werkzeug darstellt. Für den Notfall könnte ein spezielles Ersthelfer Multitool, wie der Leatherman Raptor* die richtige Wahl sein.

Die Galerie oben zeigt meine EDC Tasche, wie ich sie am Gürtel trage. Es sei dazu gesagt, dass ein EDC noch durch all die anderen Gegenstände ergänzt wird, die ich in meinen Hosentaschen und meiner Umhängetasche trage. Die nachfolgende Liste ist meine Empfehlung für das Erste Hilfe Material in einem EDC:

Pflaster lassen sich ganz einfach in einer alten Pfefferminzbonbon Dose vor Staub und Beschädigung schützen.

EDC Erste Hilfe Dose geöffnet
Eine Pfefferminzbonbon Dose schützt Erste Hilfe Material in der EDC Tasche
EDC Erste Hilfe Dose Inhalt
Erste Hilfe Material in der EDC Tasche

Erste Hilfe Set

Das Erste Hilfe Set ist bereits ein gutes Stück größer als das EDC und wird zumeist an einem Rucksack oder einer Tasche angebracht, z.B. dem Fluchtrucksack. Theoretisch ließe es sich auch am Gürtel befestigen, allerdings ist das schon ziemlich unbequem. Ich nehme dieses Set auf Ausflüge, Wanderungen und Fahrradtouren mit, zusätzlich zu meinem EDC.

Angefangen habe ich mit einem Erste Hilfe Set* von Tatonka. Ich habe dieses Set aber um einige Inhalte ergänzt und mittlerweile ist mir die Tasche zu klein bzw. der Inhalt dann zu sehr gequetscht. Deshalb habe ich das Set durch eine größere Tasche* ersetzt und diese mit meinen Materialien bestückt. Die Tasche lässt sich durch das Molle System an entsprechenden Rucksäcken und Trägern befestigen und dank Klett Verbindung schnell davon lösen.

Erste Hilfe Tasche

Die Erste Hilfe Tasche stellt in meinem Portfolio die umfangreichste Ausrüstung dar. Sie kommt mit in den Urlaub und auf Wochenendausflüge.

Neben der Haupttasche* habe ich eine spezielle Zusatztasche* für den extremen Notfall, bei dem es um jede Sekunde geht. Die sogenannte IFAK Tasche. Das Material konzentriert sich hierbei auf starke Blutungen, die durch Abklemmen von Gliedmaßen oder mit speziellen Druckverbänden behandelt werden können.

Erste Hilfe Rucksack

Es gibt noch eine weitere Stufe: den Erste Hilfe Rucksack*. Der geht schon in den professionellen Bereich und bietet für jeden Notfall das passende Material. Man kennt diese Rucksäcke von Sanitätern, die unabhängig von einem Rettungswagen praktizieren müssen, z.B. auf Festivals oder in Gebäuden.

Ich persönlich habe keinen solchen Rucksack, bisher reicht mir als Prepper meine Erste Hilfe Ausrüstung aus.

Revision

Keine Ausrüstung nutzt etwas, wenn sie nicht regelmäßig überprüft und gewartet wird. Besonders bei medizinischem Material spielen Mindesthaltbarkeitsdaten eine große Rolle. Abgelaufene Medikamente können im Zweifel mehr schaden, als helfen. Es ist also ungemein wichtig die Erste Hilfe Ausrüstung in regelmäßigen Abständen zu überprüfen.

Ich habe mir dazu eine jährliche Erinnerung eingerichtet und wie sich zeigt, ist es durchaus sinnvoll eine Revision durchzuführen. Einige meiner Materialien in der Erste Hilfe Tasche sind bereits abgelaufen oder stehen kurz davor. Einiges an Verbrauchsmaterial war auch fast komplett aufgebraucht.

Alles, was bis zur nächsten Revision abläuft, wird natürlich ersetzt. Ich werde das abgelaufene Material aber nicht wegwerfen! Es kann noch als Übungsmaterial genutzt werden, um zum Beispiel den Kindern etwas beizubringen. Oder aber in Krisenzeiten genutzt werden. In der Not frisst der Teufel manchmal Fliegen!

Das gilt allerdings nicht für Medikamente. Diese sollte man nach Ablaufdatum ersetzen und entsorgen.

Die Revision hatte noch einen weiteren Vorteil: Ich habe das System meiner Erste Hilfe Ausrüstung verändert. Vorher bauten die Taschen nicht aufeinander auf, was zu einer gewissen Unübersichtlichkeit geführt hatte.

Ausbildung

Eine gute Erste Hilfe Ausrüstung für den Notfall ist für einen Prepper wertlos, wenn mit den Materialien nicht umgegangen werden kann. Eine Ausbildung in Erster Hilfe ist absolut notwendig.

Ich selbst habe schon mehrere Kurse besucht, darunter auch einen tollen Kurs zur Ersten Hilfe mit Schwerpunkt Kinder. Für Eltern absolut empfehlenswert! Das Deutsche Rote Kreuz bietet in ganz Deutschland eine Vielzahl an bezahlbaren Kursen an.

Ein Prepper sollte die Ausbildung für den Notfall regelmäßig auffrischen. Hierzu empfehle ich den Erste Hilfe Kurs jährlich zu wiederholen.

Ansonsten ist es wichtig das eigene Material zu kennen und zu wissen, wo man in der Erste Hilfe Ausrüstung etwas findet. Im Notfall kann jede Sekunde zählen. Für Prepper heißt es: üben, üben und nochmal üben. Besonders mit den speziellen Materialien, wie Tourniquet und Israeli Bandage. Es ergibt absolut Sinn, ein Päckchen zu opfern, um damit zu üben.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ich bin immer offen für Fragen oder Anregungen. Nutzt dazu die Kommentarfunktion oder schreibt mir über das Kontaktformular.

Euer Prepper mit Verstand

Beitragsbild von unsplash-logoSebastian

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